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Bericht Galgensprung 2005
28.04.2017, 09:55

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der galgensprung
osterode im samhain des rabenclans
Von Donnerstag, den 17., bis Sonntag, den 20. November 2005, veranstaltete der Rabenclan e.V. in Osterode am Harz sein alljährliches Vereinsfest anläßlich von Samhain und seine ordentlichen Jahreshauptversammlung .

Im gemütlichen Kaminzimmer des Jugendgästehauses fanden sich insgesamt, neben einigen Gästen, 35 Mitglieder des Rabenclans und des Steinkreis e.V. ein. Die Präsenz des letzteren ist insofern ein Novum, dass er in diesem Jahr zum erstenmal offiziell mit dem Rabenclan zu einer gemeinsamen Veranstaltung einlud und sie gemeinschaftlich mit diesem durchführte. Die Gäste erwartete ein abwechslungsreiches und interessantes Programm, kreative Angebote zum Mitmachen (z.B. das mythische Theaterstück "Das Göttergeschlecht"), dazu genügend Freiraum, um sich in entspannter Atmosphäre kennen zu lernen und sich mit ähnlich gesinnten Menschen auszutauschen.

Der Schwerpunkt des diesjährigen "Galgensprungs" des Rabenclans lag auf kreativen und künstlerischen Darbietungen der Teilnehmer. Vorträge und Diskussionsrunden kamen dennoch nicht zu kurz: So regte der interessante Beitrag "Naturreligion im Reich der Megamaschine" von Gandalf Lipinskis von der Konvergenz Gesellschaft e.V. zum Nachdenken an. Gandalf spannte einen weiten Bogen von der geschichtlichen Genese religiöser und politischer Konzepte bis zum zeitgenössischen Zustand unserer heutigen Industriegesellschaften und ihren vielfältigen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Problematiken. Er forderte die aktuellen vielfältigen alternativen gesellschaftlichen Bewegungen wie z.B. Tauschringe, Gemeinschaftsbewegungen, ökologische Initiativen, naturreligiöse Zusammenschlüsse dazu auf, gemeinsam Lösungsmöglichkeiten für unsere moderne Lebenswelt zu erarbeiten, diese in die moderne Gesellschaft einfließen zu lassen und so einen Beitrag zu einer lebens- und erhaltenswerten Zukunft zu leisten. Seiner Meinung nach setzt die Bearbeitung einzelner Problemfelder durch diese Strömungen, die bisher mehr oder weniger an der Peripherie unserer Geselschaft wirk(t)en, nicht umfassend genug an den mannigfaltigen Schwierigkeiten in den modernen Industrienationen an. Deshalb sei eine gut vernetzte Zusammenarbeit alternativer Projekte notwendig, um diesen Problemen in ihrer Gesamtheit und auf allen Ebenen begegnen zu können.

Weitaus praktischer ging es bei dem kleinen Workshop der ersten Vorsitzenden des Steinkreis e.V., Uta Sprenger, zu. Unter dem Titel "Die Göttin Cerridwen - Der Kessel der Verwandlung" bekamen die Teilnehmer einen ersten Eindruck von diesen mythologischen Motiven und konnten in einem praktischen Teil "Naturreligion zum Anfassen" erleben. Uta Sprenger gestaltete außerdem auf einfühlsame Weise die kleine Abschiedsrunde der ereignisreichen Tage am Sonntag Nachmittag.

Am Freitagabend lud Larissa die Gäste zur aktiven Teilnahme an einem von ihr initiierten "Poetry Slam" ein. Akteure und Zuschauer hatten viel Spaß an den unterschiedlichsten Darbietungen. Zu sehen und zu hören waren Lieder, Gedichte, Geschichten sowie kleine Theatereinlagen. Der erste Preis ging schließlich in der finalen Ausscheidungsrunde an Berna wegen ihrer Interpretation der "Merseburger Zaubersprüche", den zweiten Platz belegte Jens mit einem dramaturgisch perfekt umgesetzten und unter exzessivem körperlichen Einsatz dargebrachten Gedicht von Heinz Erhardt.

Künstlerisch gestaltete sich auch der Samstag: Schon am frühen Mittag versammelten sich alle Gäste im schönen Theatersaal. Zum zweiten Mal kam das Stück "Das Göttergeschlecht" von Benjamin Wangler, das an die griechischen Satyrspiele angelehnt ist, zur Aufführung. Obwohl kurzfristig einige Rollen neu besetzt werden mussten und nicht jeder der Schauspieler seinen Part einwandfrei beherschte, fand das Theaterspiel und einige teilweise ungewollte Improvisationen großen Anklang bei den Zuschauern und weckte Lust, diesen kreativen Pfad weiter zu verfolgen. "Das Göttergeschlecht" schildert die Begegnungen der deutschen Sagengestalt Frau Holle mit ihren keltischen "Verwandten": dem Sonnengott Lugh, dem schlauen Agnus Og und seiner Elfenschar. Der Kontakt verläuft zunächst nicht reibungslos: Um auch in Deutschland wieder ein blühendes, mythisches Leben zu etablieren, stiehlt die Holle dem Lugh dessen göttliches Geschlecht. Mit Hilfe der Elfen muss dieses zurückgewonnen werden, und am Ende vereinen sich Lugh und Frau Holle, um auch Deutschland wieder neu zu befruchten und mit zahlreichen Geistwesen zu beleben. Das Happy-End ist also gesichert.

Am Abend spielte die Gruppe Bilwesz zum Tanz auf: Bretonische, irische und andere Volkstänze wurden unter ihrer Anleitung von den Festbesuchern begeistert eingeübt und später auf der Tanzfläche dargeboten. Dieses Angebot kam bei den Teilnehmern so gut an, dass eine ähnliche Veranstaltung für den "Tanz in den Mai" an Beltaine 2006 bereits vom zuständigen Festplanungsteam angedacht wurde. Weitertanzen konnte man dann zu späterer Stunde zu moderneren Klängen, die Lugaddon als DJ präsentierte.

Daneben bot sich den Gästen immer wieder die Möglichkeit, an kleineren Angeboten teilzunehmen: Wer sich z.B. Samstag morgens aus dem Bett quälte, erlebte eine Einführung in den Stockkampf mit Thomas vom Steinkreis e.V., die Orakel von Osterode kündeten Unerschrockenen die Zukunft, wie es sich für ein anständiges Neujahrsfest gehört, und an Lugaddons mobilen Stand konnte man sich mit Repliken keltischer, germanischer und römischer Schmuckstücke eindecken. Von ihm erhielten Interessierte zudem eine kurze und fundierte Einführung in die Geschichte der Fibeln, Ringe und Anhänger.

Jahreshauptversammlung 2005 des Rabenclan e.V.

Vereinstreffen an Samhain haben aber neben aller Feierlichkeit auch einen eher formalen Programmteil: Am Ende des Geschäftsjahrs steht immer eine Jahreshauptversammlung an,die Rabenclan e.V. als auch Steinkreis e.V. für ihre Mitglieder jeweils getrennt durchführten. Die Hauptversammlung des Rabenclan e.V. erbrachte als wichtigste Neuerung die seit Jahren diskutierte Verkleinerung des Vorstands von fünf auf drei Vorstandsämter. Zum ersten Vorsitzenden wurde dann in der Folge mit breiter Mehrheit Lugaddon gewählt, die weiteren neugewählten Vorstandsmitglieder sind Benjamin Wangler und Sven Körner.

Die Stimmung auf der Mitgliederversammlung war positiv und entspannt. Das Reformprogramm des Vereins der letzten drei Jahre zur bürokratischen Entschlackung und zur Steigerung der Vereinsaktivitäten hat sich bewährt: So wird das Amt der Kassenwartin außerhalb des Vorstands von Berna weitergeführt. Festplanung, die Vereinszeitschrift "Heidenarbeit...", Mitgliederbetreuung und die Pressestelle liegen in den Händen von Teams, deren Strukturen sich mittlerweile etabliert und gefestigt haben und die in Zusammenarbeit mit dem Vorstand an ihren jeweiligen Projekten arbeiten. Neue Arbeitsgemeinschaften und Zusammenhänge zu Aktion und Engagement können unbürokratisch eingerichtet und mit Strukturen versehen werden, die unkomplizierte Mitarbeit möglich machen.

Trotz der in diesem Jahr sehr umfangreichen Tagesordnung mit über dreißig Punkten ging die Vollversammlung in etwa drei Stunden zügig und mit ausnahmslos konstruktiven Ergebnissen über die Bühne. Die einzelnen Entscheidungen erhalten alle Vereinsmitglieder in den nächsten Wochen zugesandt.

Bei der Vorbereitung der Jahreshauptversammlung bewährte sich die Strategie, die Zukunft des Vereins und dessen Weiterentwicklung bereits in den Tagen vor der Jahreshauptversammlung von interessierten Mitgliedern in Gesprächsrunden zu diskutieren und entsprechende Entscheidungen vorzubereiten. Das Interesse daran war groß: Neben den "offiziellen" Programmpunkten fanden sich deshalb immer wieder kleinere und größere Diskussionskreise zusammen, die neue Perspektiven für den Verein entwickelten. Konsens herrschte über die politische Aufklärungsarbeit des Rabenclan e.V.: Hans Schuhmachers politische Beiträge im Rahmen des Ariosophie-Projekts sowie die in den letzten drei Jahren neu hinzugekommen kritischen Artikel weiterer Autoren erhielten breite Anerkennung durch die anwesenden Vereinsmitglieder. Man bekräftigte, dass diese Arbeit ergänzt werden muß durch einen stärkeren Schwerpunkt bei der kulturellen Entwicklung und Arbeit des Vereins : Durch praktische Angebote wie Vereinsveranstaltungen und Tagesausflüge sowie durch Theorie- und Forschungsbeiträge möchte der Rabenclan e.V. naturreligiöse Inhalte und praktisches Wissen in die Gesellschaft hineintragen und Interessierten zur Verfügung stellen. Eine Entwicklung in die gewünschte Richtung begann bereits im letzten Geschäftsjahr, beispielsweise mit der Tagestour "Sagenhaftem auf der Spur", ersten kulturhistorischen Textbeiträgen auf unseren Websiten und unseren zahlreichen Vereinsveranstaltungen mit teilweise recht umfangreichen Vortrags- und Workshopangeboten. Weitere Ziele der zukünftigen Vereinsarbeit sind erweiterte regionale Angebote und eine qualitative und quantitative Verbesserung der Vereinszeitschrift "Heidenarbeit...".

Diskussionen in entspannter Runde

Insgesamt war der "Galgensprung 2005" des Rabenclan e.V. von einer harmonischen und konstruktiven Atmosphäre geprägt: Der Wille, gemeinsam etwas im Verein zu bewegen, war in allen Gesprächen deutlich zu erkennen. Neue Kontakte wurden in diesen vier Tagen geknüpft, erste Projektideen ausgetauscht, Arbeitstreffen für die kommenden Monate verabredet.
Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals beim Steinkreis e.V. für seine Mitgestaltung der Veranstaltung und bei der Gruppe Bilwesz für ihre gekonnte Tanzeinführung bedanken. Nicht zuletzt geht unser Dank an die Gastgeber des Jugendgästehauses in Osterode am Harz, die uns freundlich, hilfsbereit und unaufdringlich ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellten und uns gut bewirteten.

 

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News

Bücherspiegel 2016
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Kulturhistorische Beiträge

Óskmejyar Teil 1 - Die Walküren in der Helgaquiða Hundingsbana I (von Hans Schuhmacher)
Thesen zur Germanischen Frau (von Hans Schuhmacher)
Die unbekannte Tradition: Slawisches Heidentum(von Anna Kühne)

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