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28.04.2017, 09:55

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19. Oktober 96 - Leserbrief an die Zeitung "Der rechte Rand"

An:
Der Rechte Rand
Postfach 1324
D-30013 Hannover

Artikel in "Der Rechte Rand" S. 8, Sept./Okt. 96: "Neoheidnische Mimikry - der Rabenclan" von Andreas Speit

Sehr geehrte Redaktion,

Herr Speit erweckt mit seiner Beschreibung des RABENCLAN falsche Eindrücke von unserem Verein und entstellt den Sinn unseres Tuns wie unserer Ziele.

Zum einen nennen wir uns schonmal nicht "Arbeitskreis deutscher Heiden", wie durch verfälschende Montage unseres Logos suggeriert wird, sondern ganz bewußt "Arbeitskreis der Heiden in Deutschland", was nichts anderes heißen soll, als daß jede und jeder, gleich welcher Herkunft, bei uns mitmachen kann (sofern sie / er sich an unsere Präambel und Satzung hält).

Sven Scholz (Asathor Odhinnson Dróttin Goði) hat nirgends von der "Verliebtheit... der Frau" und vom "triebhaft Kriegerischen des Mannes" gesprochen, wie Herr Speit behauptet, sondern höchstens von der harmonischen Synthese verschiedener Eigenschaften, die im einzelnen keineswegs ans spezifische Geschlecht gebunden sind.

Der "Verlust der Stärke" ist wiederum so ein (bewußtes?) Halbzitat, handelt es sich hierbei doch um die von Sven Scholz ausgesprochene Stärke der Integrationsfähigkeit, welche die germanischen Stammeskulturen erst mit der Christianisierung verloren haben. Desweiteren hat Sven Scholz den "Ring of Troth" keineswegs als "political correct" freigestempelt, sondern als gerade "noch so halbwegs brauchbar" befunden, dies obendrein in einem etwas anderen Zusammenhang als dem im Artikel unterstellten. Wenn das für Herrn Speit keinen Unterschied macht, wie möchte er dann selber eingeschätzt werden? Als Freizeit-Inquisitor vielleicht, in dessen Kopf - und Feder - Anklage und Urteil dasselbe sein müssen, sonst geht die Tür von links nicht zu?

Bei der Erwähnung des Marburger Hexen- und Heidenstammtisches schließlich ist außer dem Namen alles falsch. Nicht die von Herrn Speit genannten Leute, die obendrein eben keine Rechtsextremen sind (die im Artikel aufgelisteten Verbindungen sind äußerst spekulativ), organisierten den Stammtisch, sondern Hans Schumacher (Thurshöggr Hjórwardr Dróttinn Goði) hat ihn im Spätsommer 94 gegründet, um jenen Hexen und Heiden ein Forum zu bieten, welche von einer selbsternannten "antifa" monatelang (nicht nur) auf Flugblättern übelst diffamiert und persönlich verleumdet wurden, ohne daß die vorgebrachten Anschuldigungen auch nur ansatzweise geprüft, geschweige denn zu rechtfertigen gewesen wären. Zu dieser ständigen Hetze von (dem Namen nach) "links" kamen ab Mitte 95 zunehmende Belästigungen von rechts - selbsternannter Monopol-Heiden nämlich, welche sehr wohl Verbindungen zu Rassisten pflegen und denen eine neue Richtung im Heidentum, wie u.a. der öffentliche (= unsektiererische) und antirassistische RABENCLAN sie vertritt, ein Dorn im Auge sind. Langer Rede kurzer Sinn: Dem massiven und monatelangen Druck von zwei fanatisierten und (trotz angeblich verschiedener Anschauung seltsam ähnlich agierender) Seiten standzuhalten war Sache eines Stammtisches nicht. Die Raben, darunter Hans Schumacher, haben den Stammtisch inzwischen verlassen, und wer oder was sich heute da tummeln mag, ist uns, mit Verlaub gesagt, wurscht. Vielleicht hätten wir uns ja nur selber in "antifa" umbenennen müssen, um Herrn Speits Segen zu erhalten. Den unseren bekommt ein solch unseriöser Schnellschuß nicht: Herrn Speits grober Versuch, ausgerechnet die Marburger Raben mit haltlosen Hitlerismus-Vorwürfen in die geistige Nähe von Menschheitsverbrechern zu rücken, wird rechtliche Folgen haben. Tatsache ist, daß politisch zweifelhaften Figuren die Teilnahme am Tisch von den Marburger Raben wiederholt verweigert wurde. Und ebendiese Weigerung, sich mit Rassisten (oder Leuten, die mit ihnen fraternisieren) auch nur an einen Tisch zu setzen, war und ist der Standpunkt von Hans Schumacher (Thurshöggr Hjórwardr Dróttinn Goði).

Insgesamt haben wir den Eindruck, Herr Speit will um jeden Preis an der bequemen (weil einfachen Meinung) festhalten, Heiden - insbesondere germanisch orientierte - seien in jedem Fall Faschisten. Die Verballhornung unseres Vereinsnamens, Halbzitate und Tenor des Artikels legen nahe, daß Herr Speit auch Ihren Leser Innen? jeden Zweifel ersparen will. Natürlich können wir nicht verlangen, daß sich Leute, die sich nicht dafür interessieren, mit alten (und neu belebten) europäischen Naturreligionen auskennen. Aber faire Recherche können wir verlangen, und die kommt Herrn Speit bei einem solchen Thema offenbar gar nicht in den Sinn: Reicht es ihm doch, vom Heidentum völlig unreflektiert die Vorstellungen der Nationalsozialisten zu übernehmen, die alles "Germanische" solang verfälscht, verdreht und umgedeutet haben, bis es ihnen ins menschenverachtende Weltbild paßte. Aber wem müssen wir das eigentlich erzählen? Ihnen?

Mit freundlichen Grüßen

Duke Meyer

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