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Der Odinic Rite Deutschland - Neuheidentum im Spannungsfeld neurechter Religiosität

von Berna Kühne-Spicer
- Alle Rechte bei der Autorin -

Artikel vom 11.07.2005, letzte Änderung am 14.07.2005.

7. Besondere Kontakte des ORD

Unabhängig von einem eigentlich notwendigen Gesamtüberblick über das Umfeld, in welches der Odinic Rite Deutschland eingebunden ist, soll hier auf einige für die Thematik dieses Artikels besonders interessante Zusammenhänge eingegangen werden, um das nicht unproblematische Spannungsfeld, in welchem der ORD sich befindet, weiter zu verdeutlichen.

7.1 Daniel Junker, Leif-Thorsten Kramps, ARUN-Verlag

Ein weiteres, beachtenswertes Mitglied des ORD ist der in Hamburg ansässige Historiker Daniel Junker. Er veröffentlichte über einen eigenen Verlag das Buch "Das heilige Fest", ein Werk des Zweiten Vorsitzenden des ORD, Fritz Steinbock alias Asfrid, das ohne Weiteres als "Das Buch zum ORD" betrachtet werden kann. Viele Texte auf der ORD-Internetseite finden sich in diesem Buch wieder, insbesondere die Grundlagentexte.

Im "Verlag Daniel Junker" ist auch die 1997 erstellte Magisterarbeit des Verlagsinhabers unter dem Titel "Gott in uns! Die Germanische Glaubens-Gemeinschaft - Ein Beitrag zur Geschichte völkischer Religiosität in der Weimarer Republik" erschienen. Sie beschäftigt sich untendenziös und detailliert mit der Geschichte der von Ludwig Fahrenkrog gegründeten Germanischen Glaubensgemeinschaft, einer einflussreichen Splittergruppe völkischer Religiösität. Daniel Junker schreibt moderat und wissenschaftlich orientiert, eine rechtsradikale Neigung kann und sollte ihm aufgrund seiner Texte und seiner Selbstpräsentation nicht unterstellt werden. Im Gegenteil: Auf seiner Website empfiehlt er nicht nur neuere wissenschaftliche Literatur zu antisemitischen und rechtsesoterischen Strömungen des 19. und 20. Jahrhunderts, sondern er listet auch eine Vielzahl kritischer Aufsätze von Wissenschaftlern auf, die sich bei der Erforschung völkischer und neogermanischer Religiösität einen Namen gemacht haben.

Daniel Junker ist im Zusammenhang mit einer Einschätzung des ORD eher wegen seiner sonstigen Verbindungen interessant. Dazu möchte ich klarstellen: Wen man kennt und bei wem man zufälligerweise im gleichen Club ist, kann nicht als Hinweis dafür dienen, welche politische Position man selbst einnimmt. Andernfalls bedient man tatsächlich das unfaire Prinzip der Kontaktschuld, ganz im Sinne der berüchtigten Methoden mancher Antifa-Gruppen, die aufzählen, wer mal im Adressbuch des Michael Kühnen stand. Unter bestimmten Umständen jedoch sind Informationen darüber, wer mit wem zusammenarbeitet, als Hinweis zur Verortung einer Person und ihres Umfeldes nicht uninteressant.

So scheint Daniel Junker ein altgedientes Mitglied bei der schlagenden (d.h. fechtenden) Verbindung "Landsmannschaft Mecklenburgia-Rostock (CC)" zu sein. Zumindest findet sich bei der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" der folgenden Vermerk über schlagende Verbindungen in Hamburg wie Germania Hamburg, Corps Irminsul oder Mecklenburgia-Rostock:

"Landsmannschaft Mecklenburgia-Rostock (CC)

Weder örtlich (ebenfalls Sierichstraße) noch ideologisch sind die Meckis weit von der Germania-Hamburg entfernt, man pflegt auch hier einen völkisch-großdeutschen Vaterlandsbegriff. Eine Rede ihres Alten Herren Prof. Dieter Wiebecke sorgte 1993 selbst innerhalb des CC für einen Eklat, weil er die beispiellose Hingabe und Opferbereitschaft der 6. Armee in Stalingrad 1943 als Vorbild für die heutige Jugend bei einer militaristischen Totenehrung in Coburg lobte. Als quasi programmatisch steht die Rede bis heute auf den Internetseiten der Mecklenburgia.Bekanntester Alter Herr in neofaschistischen Kreisen dürfte jedoch Emil Schlee, ehemaliger Europaabgeordneter der REP und Multifunktionär in völkischen Kreisen, sein. Ein weiterer nicht ganz so alter Herr ist Hanno Borchert, er war der Kopf des Hamburger Kreises und fand 1997 eine namentliche Eintragung im Hamburger VS-Bericht. Er engagierte sich auch bei der nationalrevolutionären Zeitschrift »wir selbst« und bei den völkischen »Unabhängigen Ökologen Deutschlands« sowie dem Heidenkreis Hamburg. Von diesem Verein kommt auch der Alte Herr Daniel Junker, welcher in seinem Verbindungshaus 2003 den Vortrag »Restauration der Götter. Völkische Religiosität in der Weimarer Republik« hielt. Andere Vorträge bei den Meckis hielten u.a. Reinhard Günzel, Dieter Stein (Herausgeber der JF), Reinhard Uhle-Wettler, (Vorsitzender der SWG), aber auch Professoren der Hamburger Uni und der Wirtschaftssenator von Hamburg Gunnar Uldall."

(Quelle: http://www.kueste.vvn-bda.de/waffen.htm)

Und auch auf der Website der Mecklenburgia-Rostock (CC) fand sich bis vor kurzem (Stand 21. Mai 2005) der Hinweis im Archiv:

''"Fr. 04. Juli 2003 Bier am Freitag mit Vortrag von AH Daniel Junker zum Thema "Restauration der Götter. Völkische Religiosität in der Weimarer Republik" und anschließender Sommerfeier am Leinpfadkanal "''

(Quelle: http://www.mecklenburgia.de/archiv/Archiv_Semesterprogramm_SS03.htm)

Die Mecklenburgia-Rostock (CC) scheint nicht eben unproblematisch zu sein. Schon seit längerem ist sie im Visier von antifaschistischen Initiativen und dem Hamburger Asta. Die tageszeitung (taz) berichtet:

"Seit Jahren sind die Burschenschaften Germania Hamburg, Hansea-Alemannia, Germania-Königsberg und die Landsmannschaft Mecklenburgia-Rostock mit der extremen Rechten verwoben", weiß Felix Krebs, Co-Autor des Buches "... und er muss deutsch sein" über Hamburgs Studentenverbindungen. Mal bestünden personelle Beziehungen, mal politische Gemeinsamkeiten: "Sie alle tragen den Festkommers mit." "

(Quelle: http://www.taz.de/pt/2005/04/21/a0070.nf/text.ges,1)

Die Landsmannschaft Mecklenburgia-Rostock (CC) nimmt - wie bei entsprechenden Organisationen üblich - nach eigenen Worten keine Kriegsdienstverweigerer auf, denn

"Wer sich aus Gewissensgründen nicht in der Lage sieht, sein Vaterland, seine Nächsten und sich selber zu verteidigen, paßt nicht in unsere Gemeinschaft, die von ihren Mitgliedern den Einsatz für Freiheit und Vaterland verlangt"

(Quelle: http://www.mecklenburgia.de/fragen.htm#bw-zivi)

Frauen sind ebenfalls ausgeschlossen:

"Warum sind Frauen bei euch keine Mitglieder?
''Wir sind ein Männerbund. Dabei soll es auch bleiben. [...] Das Mitwirken der Frauen findet bei uns, übrigens sehr erfolgreich, im Rahmen der jeweiligen Zweierbeziehung statt."

(Quelle: http://www.mecklenburgia.de/fragen.htm#Frauen)

Ausländer natürlich ebenfalls:

"Nehmt Ihr nur Deutsche auf? Keine Ausländer?
Ja, bei uns sind nur Deutsche Mitglied. Wir erwarten von unseren Mitgliedern den Einsatz für das deutsche Vaterland. Dies ist einem Ausländer nicht abzuverlangen, weil er aus seiner Verbundenheit zu seinem Vaterland natürlich diesem verpflichtet ist."

(Quelle: http://www.mecklenburgia.de/fragen.htm#deutsche)

Diese Zuordnung von Daniel Junker zu einer Studentenverbindung am rechten Rand könnte Zufall sein. Doch auch in anderen Zusammenhängen taucht er in diesem Milieu auf. So war offenbar die Veröffentlichung eines gemeinsamen Buches mit Stefan "Björn" Ulbrich geplant, Titel: "Ostara - Zeremonien und Brauchtum zu Fastnacht, Ostern und Hohe Maien." Die Erscheinung des Buches war laut Auskunft verschiedener Buchankündigungen im Internet wohl für Frühjahr 2005 geplant und sollte in der Reihe "Edition Björn Ulbricht" des ARUN-Verlags erscheinen. Stefan "Björn" Ulbrich ist für die kritische Öffentlichkeit kein unbeschriebenes Blatt. Das ehemalige Mitglied der Wiking Jugend, später auch als Redakteur und Autor für die "Junge Freiheit" tätig, ist heute Verleger und Autor im ARUN-Verlag, der aufgrund seiner Veröffentlichung von neopaganer und esoterischer, gleichzeitig aber auch von proto-faschistischer Literatur sowohl in das Visier des Bundesinnenministeriums als auch in das diverser Verfassungsschutzinstitutionen und Sektenbeauftragter geriet. Ulbrichs Buch "Tanz der Elemente" gilt als vielbeachteter und subtiler Versuch, neuheidnische Themen mit Motiven der Neuen Rechte zu verknüpfen. Der in der "Edition Björn Ulbrich" erschienene Weihnachtsratgeber "Die geweihten Nächte", vom Verleger selbst mitverfasst, ist wiederum ein Paradebeispiel für Versuche, völkische und rechtsradikale Inhalte und Motive geschickt verpackt an eine unpolitische, neuheidnisch oder esoterisch orientierte Leserschaft zu verbreiten. Eine Lehranleitung von Judith Breuer ("Weihnachten und Rechtsextremismus - Thesen Quellen Hyperlinks"), das im Schulbuch-Verlag "Verlag an der Ruhr" erscheinen ist und weithin Beachtung fand, klärt detailliert über dieses Buch auf.

Der Ratgeber zum Thema Ostern scheint nicht das einzige Projekt zu sein, dass Daniel Junker mit dem ARUN-Verlag verbindet. Ein Autor der neuheidnischen "Sudgemeinschaft" nennt ihn zusammen mit Holger Kliemannel als Stichwortgeber für ein "germanisches Spiel", das bei ARUN erschienen ist:

"Hugin & Munin
Ein germanisches Spiel um Gedächtnis und Erinnerung"
Illustration: Iris Fischer
Texte: Holger Kliemannel
nach einer Idee von Daniel Junker
Zu beziehen bei Amazon oder direkt im Arun-Verlag für 25 EUR.

Die Idee ist so einfach wie genial. Man nehme den altbekannten Klassiker Memory und kombiniere ihn mit den beiden Raben Odins, die für Erinnerung und Gedächtnis stehen.

(Quelle: http://www.andhrimnir.de/guppy/articles.php?lng=en&pg=39)

Solche Aktivitäten passen zu dem wohlwollenden Verhältnis, das andere Mitglieder des ORD zu den Schriften von Ulbrich zu haben scheinen. Der Zweite Vorsitzende des ORD, Fritz Steinbock alias Asfrid, empfiehlt in der Vereinszeitschrift "Ringhorn- Gemeinschaftsanzeiger des ORD" Nr. 26 / Jg. 7 - Julmond 2250 dieses Buch mit den folgenden Worten:

"Björn Ulbrich, den viele von uns durch sein Buch "Im Tanz der Elemente" kennen und schätzen, hat viele Julbräuche, Lieder und Anregungen für Riten gesammelt. Sein Buch "Die geweihten Nächte" aus dem Arun-Verlag ist sehr zu empfehlen."

(Quelle: http://www.odinic-rite.de/index.php?id=16&type=66&tx_vcdarchive[sorting]=27)

Thilo Kabus gibt auf seiner Website "heidenspass.info" hilfsbereit Hinweise, wo seit Sommer 2004 Neuvorstellungen des Verlags einsehbar und Leseproben zu finden sind. (Nachricht vom 30.07.04) Sowohl auf der alten als auch auf der neuen Website des ORD hat man auf den umstrittenen Verlag verlinkt (Stand 15. Juni 2005).

Neben seinem Interesse für das neugermanische Heidentum hat Daniel Junker ein besonderes Faible für den Bioregionalismus:

"Ich habe mit meinen Bioregionalismus + Umwelt Shirts zwar gute Erfahrungen gemacht,"

(Quelle: http://www.odinic-rite.de/index.php?id=5&view=single_thread&cat_uid=3&conf_uid=9&thread_uid=21)

"@Daniel: [?] die gesamte Ökologie mit Folgebereichen wie Tiefenökologie und Bioregionalismus (ist ja dein Ding)"

(Quelle: http://www.odinic-rite.de/index.php?id=5&view=single_thread&cat_uid=1&conf_uid=14&thread_uid=125)

Auf der Homepage des ARUN-Verlags wird direkt von der Startseite auf die Website www.bioregionalismus.de verlinkt (Stand 07.07.05), denn dort fände man "täglich aktualisierte Nachrichten zu den Themen Ökologie, Spiritualität, Bioregionalismus, Naturreligion etc. mit Buchtipps, Zeitschriften- und CD-Rezensionen." Laut Denic (Stand Juni 2005), ist Daniel Junker Domaininhaber der Website www.bioregionalismus.de, welche die "Bioregionalistischen Nachrichten" beherbergt.

Daniel Junker veröffentlichte dort auch eigene Nachrichten. Hinter dem Projekt der "Bioregionalistischen Nachrichten" stand jedoch wohl zumindest zeitweise auch Leif-Thorsten Kramps, eine schillernde Gestalt an der Schnittstelle zwischen Ökologie, Neuer Rechter und Neuheidentum:

"Persönliche Informationen: Hleifur

Meine Homepage: http://www.bioregionalismus.online.ms
Meine eMail: stachelbeere@web.de
Ort: Hagen/Westfalen [Quickmap]

Signatur:
www.bioregionalismus.online.ms

(Quelle:
http://www.eldaring.de/content/modules.php?name=Your_Account&op=userinfo&uname=Hleifur)

"Ich werde die Infos vom Bund Naturschutz gleich über meinen bioregionalistischen Nachrichtenverteiler weiter verbreiten.

Herzlichst Horridoh!

:Hleifur:"

(Posting 004)

"Herzlichst Horridoh miteinander,

die Nachricht befindet sich jezts auch auf dem bioregionalisten Newsticker

Beste Grüße aus der Bioregion Sauerland!

:Hleifur:

(Posting 008)

(Quelle: https://forum.rabenclan.de/showtopic.php?threadid=353)

Leif-Thorsten Kramps ist im Sauerland ansässig und war in seiner Jugend nach eigener Aussage "Monarchist" und "Kaiser Wilhelm Verehrer", bevor er sich dem Nationalanarchismus anschloss (- nicht zu verwecheln mit dem "AnarchoNationalismus" von ORD-Mitglied Thilo Kabus). Heute ist er als besonders aktives Mitglied des "Arbeitskreis Bioregionalismus Sauerland" bekannt. Er veröffentlichte die Zeitschrift "Stachelbeere - Rundbrief für Bioregionalismus und spirituelle Ökologie". Der "Arbeitskreis Bioregionalismus Sauerland" gilt als typisches Beispiel der wiederbelebten Querfront-Strategie der Neuen Rechten. Verdeutlicht wird dies z.B. durch die Liste der auf der Seite aufgeführten Ideengeber (man beachte auch die teilweise Verlinkung auf Seiten aus dem rechtsextremen Umfeld):

"Unsere Ideengeber/-innen sind: Gustav Landauer, J.R.R. Tolkien, Friedrich Georg Jünger, Theodore Kaczynski, Alain de Benoist, Arundhati Roy, Henning Eichberg, Subcomandante Insurgente Marcos, Edward Abbey, Theodor Lessing, Friedrich Nietzsche, Peter Berg, Dave Foreman, Ursula K. Le Guin, Knut Hamsun, Hermann Löns, Gusto Gräser, Fidus, Terence Mc Kenna?, Christian Rätsch, Wolf- Dieter Storl, Claudia Müller-Ebeling, Herbert Gruhl, Baldur Springmann, Mary Crow Dog, Craig Carpenter, Mari Boine, Ernests Brastins, Jonas Trinkunas, Ludwig Fahrenkrog, Géza von Neményi, Kunzang Choden, Galsan Tschinag, Sveinbjörn Beinteinsson, Paul Schultze-Naumburg, Marija Gimbutas, Jutta Voss, Karl Fischer, Konrad Lorenz, Henry David Thoreau, Tschingis Aitmatov, Ludwig Klages, Mahatma Gandhi, Paul Robien, Günther Nenning, Willy Ackermann, Edward Goldsmith, Gary Snyder, Kirkpatrick Sale, Pentti Linkola "

(Quelle: http://www.bioregionalismus.online.ms/ Verlinkung im Original)

Daneben sind verschiedene Links, die als Grundlagentexte aufgeführt werden, durchaus aufschlussreich:

"!!! Weitere empfehlenswerte Texte zum Thema Bioregionalismus !!!

[[http://www.uni-trier.de/zes/52.pdf |Bioregionalismus - Eine Einführung
Der Bioregionalismus - die Zukunft des Anarchismus im 21. Jahrhundert?

!!!Andere empfehlenswerte Texte !!!

''Alain de Benoist: Vielfalt ist Reichtum!!!
Manifest gegen die Arbeit
Das UNABOMBER-Manifest"

(Quelle: http://www.bioregionalismus.online.ms/ Verlinkung im Original)

Dass angesichts solcher Referenzen das von der undogmatischen rechtsradikalen Szene hervorgebrachte Internet-Projekt "Querfront" - in dem oberen Textabschnitt von Leif-Thorsten Kramps selbst verlinkt - ein Interview zur Lebensgeschichte und Positionierung von Kramps veröffentlichte und die "Junge Freiheit" im September 1999 der "Stachelbeere" eine wohlwollende Rezension widmete, ist also nicht weiter verwunderlich.
Die von Daniel Junker mitbetreuten "Bioregionalistischen Nachrichten" sind in ihrer Ausdrucksweise allerdings weitaus vorsichtiger als die oben genannten Medien. Man muss schon sehr fein lesen, um hin und wieder jenen Zungenschlag zu finden, wie er bei der Neuen Rechten üblich ist. Doch auch hier findet man Hinweise, wenn z.B ein Aufsatz über Bioregionalismus von Arthur Maier empfohlen wird, der auf der oben erwähnte Website des "Querfront"-Projekts erschienen ist (Nachricht vom 20.10.2003 des Autors "Ecodefense").

Die Bioregionalistischen Nachrichten sind kurz nach Beginn meiner Recherchen eingestellt worden. Man würde sich aber laut Nachrichteneintrag vom 12. 05. 2005 freuen, "wenn sich eine engagierte Person findet, die unsere Arbeit der letzten Jahre weiterführt."

Leif-Thorsten Kramps spielt innerhalb der bioregionalistischen Szene in Deutschland eine zentrale Rolle. Die Düsseldorfer "autonome Stattzeitung TERZ" erwähnt ihn als Vorstandsmitglied der "Unabhängigen Ökologen Deutschlands (UÖD)", eine Rechtsabspaltung der ÖDP. Die UÖD konnte z.B. so umstrittene Personen wie Baldur Springmann zu ihren Frontfiguren zählen. Auch die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" verortet Leif-Thorsten Kramps in diesem Umfeld. In einer Studie des "Zentrum für europäische Studien" (Universität Trier) über Bioregionalismus werden seine Aktivitäten neben denen der "Unabhängigen Ökologen Deutschlands" als wichtiges Scharnier des Ökofaschismus dargestellt (Die Autoren verwenden die Begriffe "Ökofaschisten", "Ökoanarchisten" und "Öko-Esoteriker" aufgrund des polemischen Beiklangs generell in Anführungszeichen.):

"In Deutschland zeigt sich seit Mitte der 90er Jahre ein intensiver Gebrauch bioregionalistischer Argumente bei den "Ökofaschisten". Am 15. März 1997 organisierte der Hagener "Ökofaschist" Leif-Thorsten Kramps einen sog. 'Bioregionalistischen Arbeitskreis Südwestfalen - Plattform für Natur, Kultur und Heimat' (AK Bioregionalismus), der aber durch den Protest von Gegnern abgebrochen wurde. Kramps und der Hagener "Ökofaschist" Holger Kliemannel sind Herausgeber der Zeitschrift 'Stachelbeere', in der Märchen, Kultplatzbeschreibungen, Buch- und Veranstaltungstipps sowie Aufrufe zu Demonstrationen abgedruckt sind. Eine Strategie des AK Bioregionalismus ist der Wechsel vom konservativ-altdeutschen Schriftbild ihrer Veröffentlichungen hin zum modernisierten und neutralen Layout, um somit einen breiteren Interessentenkreis anzusprechen und rassistische Grundeinstellungen zu verbergen. In der dritten Ausgabe der 'Stachelbeere' kündigen die Hagener Bioregionalisten an, dass sie zur "Kooperation zwischen traditionellen und spirituellen Ökologen" mit möglichst vielen Umwelt- und Naturschutzorganisationen Kontakt aufnehmen werden (http://www.free.de/antifa/nrw/winter97/bioreg.html#bioreg2, 26.10.01). Vorläufer des AK war der von Kramps gegründete "Junge Freiheit-Leserkreis" (Ende 1991/Anfang 1992), der sich dann (Mitte 1992) zum "Ökologisch-Konservativen Arbeitskreis Südwestfalen / Bergisch Land" umformierte."

(Quelle: Bernd Hamm und Barbara Rasche: ?Bioregionalismus: Ein Überblick?; 2002, http://www.uni-trier.de/zes/schriftenreihe/053.pdf)

Der in dem Artikel erwähnte Holger Kliemannel, der das weiter oben erwähnte "heidnische Memory" im ARUN-Verlag veröffentlichte, schrieb gleichfalls regelmäßig im Newsdienst von www.bioregionalismus.de, wie die Einträge vom 03.05.2004, 25.06.2004, 30.06.2004, 17.10.2004,18.10.2004, 15.12.2004, 14.01.2005 und vom 08.02.2005 zeigen - u.a. mit wohlwollenden Beiträgen über Dave Foreman, den Begründer der Ökoterroristischen Gruppe "Earth First" oder mit einem Interview mit Franz Alt.

Die "Antifaschistischen Nachrichten" melden in ihrer Ausgabe Nr. 25 aus dem Jahr 1997 über den für Sommer 1998 geplanten "Weltkongreß der Indianer und Schamanen1998":

"Als Referenten vertreten sind auf dem Kongreß auch Holger Kliemannel und Leif-Torsten Kramps vom »Arbeitskreis Bioregionalismus Südwestfalen«. Kliemannel verfaßte im letzten Jahr für die Zeitschrift »Ökologie« der Gruhl-Anhänger von den »Unabhängigen Ökologen« einen Beitrag. Sein Mitstreiter Kramps, ein ehemaliger Skinhead aus Hagen, der auch Kontakte zur neofaschistischen »Wiking-Jugend« unterhielt, unterzeichnete 1995 als Mitglied der Kleinpartei »Öko-Union«, die bis zu dessen Tod von dem Ex-NP Dler? Horst Göttig geleitet wurde, die »Pulheimer Erklärung« zur Einigung der Rechten. Mitstreiter für seinen »Ökologisch-konservativen Arbeitskreis« suchte Kramps u.a. per Anzeige in der Wochenzeitung »Junge Freiheit«. "

(Quelle: http://www.infolinks.de/an/1997/25/021.htm)

Das neurechte, globalisierungskritisch gewendete Kulturverständnis des Leif-Thorsten Kramps wird z.B. in seinen Aufsatz "Für den Multikulturalismus. Gegen eine Welt als grenzenloser Absatzmarkt für westliche Produkte / Ethnopluralismus gegen melting pot" deutlich:

"Eine gänzlich andere Version der "multikulturellen Gesellschaft" vertreten hingegen neoliberalistische Zeitgenossen wie z.B. Heiner Geißler, Jesuitenzögling und langjähriges Mitglied im Bundesvorstand der CDU. Hier mutiert "Multikultur" zu einer Schmelztiegel- oder, modern ausgedrückt, melting-pot-Ideologie. Doch der melting pot bedroht in Wirklichkeit die kulturelle Vielfalt. Die Vereinheitlichung, Vermischung und Einebnung menschlicher Kulturen und Lebensweisen führt letztendlich nicht zur Multikultur, sondern zur one world, d.h. der Welteinheitszivilisation, der globalen Monokultur! Die one world stellt das Endziel des Kapitalismus dar: Die Welt als grenzenlose Absatzmarkt für westliche Produkte. Die gewachsene ethnische und kulturelle Vielfalt auf unserem Planeten wird dabei der globalen Mc Donaldisierung?, Coca Colonisierung?, MT Visierung? geopfert."

(Quelle: http://www.nationalanarchismus.org/Nationalanarchismus/Auto11/Multikultur/multikultur.html)

Der Aufsatz ist in der "nationalanarchistische Stromzeitschrift" erschienen, ein Medium aus dem Umfeld von Peter Töpfer. Letzterer ist Rechtsextremismusexperten besonders aufgrund seiner Versuche, Bündnisse zwischen anarchistischen und nationalistischen Strömungen aufzubauen, und in seiner Eigenschaft als Herausgeber der Zeitschrift "Sleipnir" bekannt. "Sleipnir" geriet wegen volksverhetzender und den Holocaust leugnender Ausführungen schon mehrmals in das Visier der deutschen Justiz und der Verfassungsschutzorgane.

Darüber hinaus spielt Leif-Thorsten Kramps eine herausragende Rolle beim neuheidnischen "Urda-Clan". Mehrfach wird er im Zusammenhang mit diesem erwähnt. So führt ihn die Informationsseite für neugermanisches Heidentum "Irminsul Ættir" als Kontaktperson auf:

"Der Urda-Clan
c/o Leif-Thorsten Kramps
Klippchen 8a
58093 Hagen-Holthausen, Germany

(Quelle: http://www.irminsul.org/aw/aweuro.html)

Auch das neuheidnische Webmagazin "Der Hain" erwähnt ihn im Zusammenhang mit einem, vor mehreren Jahren durch den "Yggdrasil-Kreis e.V." initiierten, neuen Dachverband für neuheidnische Organisationen:

"Betrachtet man die Liste jener Gruppen, die sich hier ein Stelldichein geben, werden gewisse nebulöse Konturen sichtbar: Extrem traditionalistisch geprägte Gruppen wie die Heidnische Gemeinschaft Berlin (Michael Pflanz), der Urda-Clan (Leif-Thorsten Kramps, Zeitschrift Stachelbeere) und der Odinic Rite Deutschland finden sich neben hermetischen und ritualmagischen Logen, bei denen M.D.Eschners Ethos-Gemeinschaft Thelema sicher noch die herausragendste ist."

(Quelle: http://www.derhain.de/Dachverband0102.html)

Hier schließt sich also der Kreis hin zum Odinic Rite Deutschland (ORD), denn zwischen ORD und dem Urda-Clan bestehen freundschaftliche Beziehungen. Man besucht sich anscheinend gegenseitig. So heißt es in der Vereinszeitschrift "Ringhorn - Gemeinschaftsanzeiger des ORD" (Ausgabe Nr. 28 / Jg. 8 - Brachmond 2251) über eine Veranstaltung, die zur Herbst Tag-und-Nachtgleiche 2001 stattfindet:

"Herbsttreffen mit dem Urda-Clan
Der Urda-Clan hat uns eingeladen, an seinem Herbstfest mit Zeltlager am 21., 22. und 23. Scheiding im freien Westfalen teilzunehmen. Info und Anmeldung bei Folkhere

Volker Kunze
Heimbergstraße 18
58642 Iserlohn
e-mail: folkhere@gmx.net"

(Quelle: http://www.odinic-rite.de/index.php?id=16&type=66&tx_vcdarchive%5Bsorting%5D=29)


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