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Verein zur Weiterentwicklung heidnischer Traditionen e.V.

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Kuehne Spicer ORD Kap 61
01.01.1970, 01:33

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Der Odinic Rite Deutschland - Neuheidnische Religion im Spannungsfeld neurechter Religiosität

von Berna Kühne-Spicer
- Alle Rechte bei der Autorin - Anmerkung vom 08.09.2018: Dieser Artikel ist leicht überarbeitet worden, da sich erwähnte Personen nicht mehr im damaligen Kontext befinden. Die Überarbeitung betrifft die Anonymisierung einiger Personen.

6. Nur 2 Leute

Ein ORD-Mitglied empörte sich jüngst im Internet-Forum des Rabenclan e.V.:

"langsam geht mir das Geschwafel vom "bösen", "rechten" oder sonstwie ORD ein wenig auf den Zwirn.
Ich bin jetzt seit geraumer Zeit Mitglied in diesem Verein, bin im erweiterten Vorstand, habe meinen Eid abgelegt. Politisch bin ich als ehem. Landesparteiratssprecher der PDS wohl doch eher nicht der "Lonsdale"-, "Pit Bull"- oder einer anderen derartigen Gruppierung zuzurechnen
[...]
Es gibt seeeehr wenige Mitglieder mit einer Tendenz nach rechts. Das heisst, dass es vielleicht 2 sind. An diesen wird sich hier jetzt, wie auch schon früher im RC üblich, regelrecht hochgezogen. Einer ist gleich alle und mit denen wollen wir nix zu tun haben."

(Quelle: http://forum.rabenclan.de/showtopic.php?threadid=1122&pagenum=2&time=1116284573)

Dies ist ein recht häufig vorgebrachtes Argument seitens des ORD. Die zwei Mitglieder, auf welche sich dieser Diskussionsteilnehmer möglicherweise bezieht, haben allerdings einen Hintergrund, der genaueres Hinsehen angebracht erscheinen lässt und das Misstrauen dem ORD gegenüber vielleicht noch nachvollziehbarer macht.

6.1. VW aus N. alias Stilkam

Es handelt sich zum einen vermutlich um VW aus N. alias Stilkam. Er ist ein in der neuheidnischen Szene gut bekannter Vertreter des neugermanischen Heidentums, das er offen im Sinne der rassistischen Metagenetik von Steve NcNallen vertritt, obwohl er selbst diese Ideologie als wertungsfrei und daher nicht rassistisch betrachtet. Steve NcNallen ist ein amerikanischer Hardliner der völkisch-rassistischen Ideologie und einflussreicher Vorreiter der amerikanischen Asatru-Bewegung seit ihren Anfängen in den 1970ern bis zum heutigen Tage. Stilkam hat bisher mindestens zwei Texte von ihm ("Metagenetik" und "Jenseits der Genetik - Zum tieferen Verständnis von Asatru") ins Deutsche übersetzt und in Auszügen auf seinen - mittlerweile offline geschalteten - Internetseiten veröffentlicht. Über die Metagen(et)ik schreibt Martin Marheinecke, ein Autor, der u.a. beim Rabenclan e.V. publiziert:

"Die von Steve NcNallen begründete "Metagenik" versucht, die vorhandene Unterschiede zwischen Menschen, die sich nicht aus den (wenigen) Genen herleiten lassen, durch Einflüsse zu erklären, die "über die Gene hinaus" gehen. [...] Selbst wenn die "Metagenik" langfristig nicht dazu taugt, Rassenideologien zu "unterfüttern" - Rassisten sind erfinderisch, wenn es darum geht, Rechtfertigungen für Menschenverachtung zu finden.
[...]
Offener Rassismus ist politisch nicht mehr opportun.
[...]
Ein "bescheidener Rassist" vermeidet es, die jeweils eigene Rasse als eine allen anderen überlegene Herrenrasse darzustellen. Oberflächlich betrachtet vermeidet er überhaupt die Wertung von Rassen. Er betont lediglich, dass es nun einmal rassische Unterschiede gäbe und verknüpft diese eng mit kulturellen Formen. Vermischung verschiedener Ethnien ist für ihn gleichzeitig Verwässerung der Gene und Nivellierung der Kulturen. Er behauptet, dass "Reinhaltung" die Vielfalt bewahrt und Vermischung auf Dauer zu einer genetisch und kulturell homogenen Menschheit führt. Da er ethnische und rassische Minderheiten nicht zerstören will, sieht der "bescheidene Rassist" sich durchaus als liberal und freiheitlich gesonnen.
[...]
Allerdings läuft diese Doktrin - "gleichberechtigt, aber getrennt" in der Konsequenz auf Rassentrennung hinaus.
[...]
Die oben erwähnte "Metagenik" liefert die Begründung dafür, wie kulturelle Eigenschaften an bestimmte rassisch definierte Volksgruppen gebunden werden."

(Quelle: http://www.rabenclan.de/index.php/Magazin/MartinMarheineckeRassen)

Stilkam geht einen für die Neue Rechte eher seltenen Weg der Überzeugungsarbeit: Er fungiert mit allem, was er schreibt und tut, als Integrationsfigur des völkischen Asatru und verhält sich damit - will man es bildhaft ausdrücken - ganz im Sinne der berühmten, zutiefst humanistischen Ringparabel des Lessing'schen Nathan, welche da fordert, die eigene Religion nicht durch Intoleranz gegenüber anderen Religionen zu vertreten, sondern geduldig durch die eigene Lebensweise zu demonstrieren, dass sie die "richtige" Religion ist - der echte Ring des Vaters mit dem echten Stein.
In seiner Position als - bis auf seine politische Haltung - unangreifbar integre Persönlichkeit erbringt Stilkam seinen unsympathischen Überzeugungen den denkbar größten Dienst, indem er sich märtyrerhaft offen dazu bekennt und allen "Anfechtungen" gelassen widersteht. Auf die nämlichen Überzeugungen fällt dabei ein Abglanz des Positiven und lässt sie - angenehmer Nebeneffekt oder Strategie, wer will das mit Sicherheit nachweisen können - zumindest potentiell "richtig" und damit schließlich doch annehmbar erscheinen.

Im Mittelpunkt des Interesses der deutschen Asatru-Szene steht Stilkam wegen seiner gut recherchierten kulturhistorischen Beiträge über das alte germanische Heidentum, die er auf seinen - seit März 2005 offline geschalteten - Internetseiten lange Jahre allgemein zugänglich gemacht hatte. Auf seiner in Szenekreisen legendären Website unter dem Titel "asatru-online.de" lieferte er viele Anregungen zur praktischen Umsetzung der verfügbaren Informationen in einer rekonstruierten Variante dieser vorchristlichen Religion, was auf reges Interesse stieß. Homepages zum neugermanischen Heidentum, die nicht auf Stilkams Seite verlink(t)en, muss(te) man daher wirklich suchen. Auch international wird er auf themenverwandten Websites zitiert und immer wieder gelobt. Die Seiten standen seit 1994 im Netz und stellten zuletzt die mit Abstand inhaltsreichste Internet-Adresse dar, wenn man nach fundierten, deutschsprachigen Informationen zu germanischer Kultur und Religion suchte.

In einer Online-Diskussion im Internetforum des Rabenclan e.V. charakterisierte der bereits erwähnte Martin Marheinecke Stilkam einmal folgendermaßen:

"das meiste, was stilkam auf seiner Website schreibt, hat Hand und Fuss, ist historisch gesichert und macht mythologisch Sinn. Im Gegensatz zu manchen anderen "rechten Heiden" ist er hochintelligent, umfassend gebildet und kultiviert - und mit vielen seiner Ansichten hat er durchaus recht. Ein geradezu "klassischer" Rechtsintellektueller."

Nicht jedoch, ohne hinzuzusetzen:

"stilkam macht dankenswerterweise keinen Hehl daraus, dass er das "völkischer asatru" vertritt. Diese Haltung ist z. B. mit etwas verbunden, dass Perchtenpracht und ich "beischeidener Rassismus" nennen [...] Die "Metagenetik" in ihren rasssistischen Ausprägung wird von stilkam ausdrücklich propagiert."

(Quelle: http://forum.rabenclan.de/showtopic.php?threadid=382)

Überall im neuheidnischen Netz wurde von Stilkams Seiten abgeschrieben - mit oder ohne seine Erlaubnis. Wer nach fundierten und detailreichen Online-Informationen zum Thema Asatru recherchierte, z.B. nach "Runen", "Weihungen", "Sippe", "Anrufungen", "Opferrituale", "Priestertum", aber auch zu archäologischen Themen, wie z.B. "Bronzezeitliche Felsritzungen in Schweden", "Haithabu", oder allgemeineren wie "Kirchenaustritt", "Genealogie", "Psychologie", "Fasten", Liedtexte", "Volkslied" etc. landete eher früher als später auf Stilkams Seiten und fand dort fast immer die gesuchten Informationen - aber eben auch die Übersetzungen der NcNallen-Texte über Metagenetik, altrevanchistische Vaterlandslieder wie "Die Wacht am Rhein", und eine Verteidigung des rechtsextremen, von Stilkam offenbar geschätzten Liedermachers Frank Rennicke:

"Rennicke wurde in der zweiten Instanz am 15. Oktober 2002 wegen achtfacher Volksverhetzung und wegen Verstoßes gegen das Gesetz zur Verbreitung jugendgefährdender Schriften zu 17 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, seine Ehefrau wegen Beihilfe zur Volksverhetzung zu fünf Monaten Haft (ebenfalls auf Bewährung) verurteilt."

(Quelle: http://lexikon.idgr.de/r/r_e/rennicke-frank/rennicke-frank.php)

Stilkam forderte auf seinen Internetseiten Meinungsfreiheit für Rennicke.

Im September 2001 schlossen sich die Internetpräsenzen asatru.de (noch heute von der rechtsradikalen Artgemeinschaft e.V. betrieben), lichterstadt.de (damals noch eine Seite zu völkischem Asatru mit dem Motto "Volk + Vaterland + Glaube") und Stilkams ahnensitte.net zu einem Webring namens "Pagans pro Patria" zusammen, der

"als Gegengewicht dienen (sollte) zu den zahllosen nichtvölkischen Heidenseiten oder solchen mit geringem inhaltlichen oder äußerlichen Anspruch.

Wir wollten damit Widerhall hervorrufen unter den Heiden im Weltnetz, gleich welcher Einstellung. Diese Erwartung wurde erfüllt."

(Quelle: http://www.eldaring.de/content/modules.php?op=modload&name=Forum&file=viewtopic&topic=197&forum=2&start=10)

Später traten dann auch noch Initiativen wie "Allgermanische Heidnische Front" und "Nordische Weltsicht" dem Webring bei. Stilkam äußerte sich im Internet-Forum des Eldaring e.V., einer anderen deutschen Asatru-Organisation, zu seinem Rückzug aus diesem Webring, knapp ein Jahr, nach dem dieser gegründet worden war:

"Zu lange, so denke ich, habe ich den religiösen Anteil meiner Seiten einer politischen Prämisse untergeordnet. [...] Meine politische Einstellung hat sich nicht geändert, aber die Verquickung mit Asatru schafft eine Dynamik, die mich und meine Seiten in ihren Bann zieht - und das ist keine Aufwärtsbewegung."

(Quelle: http://www.eldaring.de/content/modules.php?op=modload&name=Forum&file=viewtopic&topic=197&forum=2&start=10)

Das könnte man so interpretieren, dass er seinen Status als Integrationsfigur des völkischen Asatru in Gefahr sah und daher wieder auf den "sicheren" Weg zurückkehrte. In einer späteren Online-Diskussion im Internet-Forum des Rabenclan e.V. an diese Zusammenarbeit mit eindeutig rechtsradikalen Gruppierungen erinnert, antwortete Stilkam jedenfalls noch Anfang 2004:

"Ich hatte mit asatru.de und Lichterstadt.de zusammen einen heidnischen Webring, der auch zugleich eine pro-vaterländische Ausrichtung erkennen lassen sollte.
Als mir dann klar wurde, daß diese Geschichte nach hinten losgeht und ich in meiner Arbeit an den Seiten auf diesen Ring und meine "dark alliance" reduziert wurde, bin ich ausgestiegen, worüber auch die entsprechenden Kontakte zusammengebrochen sind."

Daraufhin gefragt, ob er dabei geblieben wäre, hätte sich die Sache nicht zum Nachteil für sein sonstiges Engagement entwickelt, antwortete er:

"Jeder Versuch von mir, mich der Artgemeinschaft weiter anzunähern, wäre von meiner besseren Hälfte nicht mitgetragen worden, von daher bin ich heute da nicht Mitglied, so will ich es mal formulieren."

(Quelle: http://forum.rabenclan.de/showtopic.php?threadid=382&pagenum=2)

Das sind klare Worte. Seiner eigenen Aussage nach war Stilkam also Anfang 2004 nicht Mitglied der berüchtigten Artgemeinschaft (asatru.de) von Neonazi Jürgen Rieger, weil seine Frau das nicht toleriert hätte.

Über die Artgemeinschaft liest man bei der oben schon zitierten Dr. Antje Schrupp:

"In der Tat kaschieren viele rechtsextreme Gruppen ihre rassistische und neonazistische Ideologie mit einem neuheidnisch-religösen Mantel, zum Beispiel die Hamburger Artgemeinschaft ..."

(Quelle: http://www.antjeschrupp.de/hexen_magier_und_druiden.htm)

Auf der Schweizer Informationsseite relinfo.ch erhält man u.a. folgende Informationen:

"Hauptfunktionär und Leiter ist Jürgen Rieger. Das Spektrum der Mitglieder reicht von militanten Neofaschisten bis zu Vertretern der Neuen Rechten wie Pierre Krebs. Neue Mitglieder müssen zwei Bürgen vorweisen können. Es wird eine Blut- und Boden-Ideologie propagiert und ein sog. "germanisches Sittengesetz", welches dem mythologisch überhöhten "Ariertum" der Nationalsozialisten entspricht."

(Quelle: http://www.relinfo.ch/artgemeinschaft/info.html)

Die Artgemeinschaft selbst wendet sich mit Worten wie diesen an Interessierte:

"Wenn Sie [...] das Artbekenntnis und das Sittengesetz unserer Art voll bejahen sowie überwiegend nordisch-fälische Menschenart verkörpern, können Sie Antrag auf Aufnahme als MITGLIED in die Artgemeinschaft stellen."

(Quelle: http://www.nordzeit.de/artgemeinschaft.htm)

relinfo.ch ergänzt:

"Im Artbekenntnis und in anschliessenden erläuternden Texten heisst es u.a.: [...]
Wir bekennen uns zur Erhaltung und Förderung unserer Menschenart als höchstem Lebensziel, denn auch sie ist eine Offenbarung des Göttlichen...
12. Der Mensch ist unsterblich in den Nachkommen und Verwandten, die sein Erbe teilen. Nur sie können unsere von den Ahnen erhaltenen Anlagen verkörpern. Wir bekennen, daß der höchste Sinn unseres Daseins die reine Weitergabe unseres Lebens ist."

(Quelle: http://www.relinfo.ch/artgemeinschaft/info.html)

Ich erinnere hier noch einmal an die allgemeine Strategie der Rechtsextremen (und bei einem gewieften Anwalt wie Jürgen Rieger darf strategisches Denken getrost vorausgesetzt werden), für die Erreichung ihrer derzeit eher unpopulären Ziele den Boden zu bereiten, indem sie über unterschiedlichste Kanäle ihre politischen Inhalte und weltanschaulichen Thesen unter die Leute bringen, um für diese breitere Zustimmung zu erreichen:

"Wir müssen unsere Aussagen so gestalten, daß sie nicht mehr ins Klischees des 'Ewig-Gestrigen' passen Eine Werbeagentur muß sich auch nach dem Geschmack des Publikums richten und nicht nach den eigenen"

(Quelle: http://www.im.nrw.de/sch/doks/vs/mythen_online.pdf)

Zurück zu Stilkam: Die Frage, wie weit seine eigentlichen Interessen mit denen Riegers und der Artgemeinschaft doch übereinstimmen, ist damit nicht beantwortet. Der Versuch einer Beantwortung würde hier auch zu weit führen. Eine gewisse Nähe dürfte jedoch sowohl aufgrund seiner eigenen Äußerungen als auch aufgrund seiner weltanschaulichen Vorlieben wahrscheinlich sein. Im Odinic Rite Deutschland genießt Stilkam hohes Ansehen. Der Verein will einen Großteil der Inhalte von Stilkams seit März 2005 offline geschalteten Seiten in seine eigene Websites übernehmen. In einer Mitteilung vom 22.03.05 teilt der Vereinsvorsitzende Volker Kunze mit:

"Wir haben diese Entscheidung sehr bedauert, müssen sie aber nun einmal respektieren, auch wenn dadurch eins der besten Informationsangebote im Netz weggefallen ist. Das war eine Spitzenarbeit, Stil, unser Dank dafür! Viele sind erst durch Deine Seiten zum Asatru gekommen.

Die Domains "asatru-online.de" und "asatru-online.org" werden zukünftig vom ORD übernommen, ebenso wie Teile der Inhalte in den nächsten Wochen hier eingepflegt werden. So bleibt wenigstens etwas von dieser Arbeit erhalten. Auch dafür unseren Dank, wir werden uns Deines Vertrauens sicher würdig erweisen."

(Quelle: http://www.odinic-rite.de/index.php?id=shownews&tx_ttnews[swords]=stilkam&tx_ttnews[tt_news]=4&tx_ttnews[backPid]=6&cHash=212cf059be)

Unabhängig von der Frage, wie solide Stilkams Arbeiten tatsächlich sind, bleibt festzustellen, dass es derzeit kein alternatives und vor allem vergleichbar ergiebiges Online-Angebot zu kulturhistorischen Aspekten des germanischen Heidentums gibt. Dies kann und muss man jenen Asatru-Gruppen zum Vorwurf machen, die sich selbst als anti-faschistisch verstehen und über die vergangenen 10 Jahre hinweg mehr oder weniger ausschließlich damit begnügt haben, einen Stilkam bei jeder Gelegenheit für seine völkischen Ansichten zu kritisieren. Sie versäumten die Möglichkeit, durch die Veröffentlichung eigener und seriöser kulturhistorischer Arbeiten in der neuheidnischen Szene ein effektives Gegengewicht zu seinem Informationsangebot zu schaffen. Dadurch konnte Stilkam nahezu ungehindert ein regelrechtes Monopol auf fundierte, deutschsprachige Online-Informationen zum Thema Asatru entwickeln und mit seinen völkischen Ansichten so enorm einflussreich in der neugermanischen Heidenszene werden wie er heute ist, trotz oder vielleicht gerade wegen seiner demonstrativen Bescheidenheit.

Da wird es keinen großen Unterschied machen, dass Stilkams Websites nun nicht mehr im Internet verfügbar sind und er sich mit seinem neuen Familienprojekt "Sippenbund" ins scheinbar Private zurückgezogen hat. Seinem Einfluss auf das in Deutschland praktizierte neugermanische Heidentum dürfte das kaum noch Abbruch tun. Er war und ist auf Grund seines fundierten Wissens eine gern konsultierte Autorität in Sachen Asatru, keineswegs nur innerhalb des ORD. Nach wie vor schreibt er in diversen Foren der Heidenszene - neuerdings mit Ausnahme des RC-Boards - und tritt dort auf, wie man es von ihm zu schätzen gelernt hat. Dort konstatiert er auch:

"daß der ORD kein "folkish Asatru" vertritt. Wer also beispielsweise als Folkish Asatruar in den ORD eintritt, der weiß vorab, daß er seine Überzeugung hintenanstellen muß."

(Quelle: http://www.nornirsaett.de/forum/showtopic.php?threadid=954&time=)

Bemerkenswerterweise braucht Stilkam sich davon jedoch nicht mehr angesprochen zu fühlen, denn im Frühjahr 2004 hat er sich von der Bezeichnung "Asatru" generell losgesagt:

"Nur gut, daß ich mich nicht mehr mit dem Begriff Asatru identifiziere. Merke schon, daß du jetzt noch ein wenig vehementer in die Bresche schlägst, wo du feststellst, daß sich der Begriff Asatru auch als Alleinbesitz linker Gruppen beschlagnahmen läßt."

(Quelle: http://www.nornirsaett.de/forum/showtopic.php?threadid=412&time=)

Allgemein begründet er seine Mitgliedschaft im ORD heute mit den Worten:

"Und weil der ORD keine politische Gruppierung ist, kann er sich die Aufnahme von "sogenannten, mutmaßlichen Rechten" genauso leisten wie die Aufnahme von Personen mit (aus meiner Sicht) stark linkem Hintergrund. Auf die Vereinsarbeit und die Ausübung unserer gemeinsamen Religion hat das keinen Einfluß - es sei denn, es wäre nachweisbar, daß diese Personen in anderen Bereichen eine menschenverachtende Gesinnung zeigten: Diese Personen könnten dann nicht länger Mitglied im ORD sein."

(Quelle: http://www.nornirsaett.de/forum/showtopic.php?threadid=954&pagenum=3)

Stilkam beschreibt hier indirekt u.a. sich selbst als lediglich "sogenannten, mutmaßlichen Rechten". Inwieweit er tatsächlich in Zweifel zieht, mit seinen öffentlich geäußerten Ansichten politisch rechts zu stehen, kann hier nicht beurteilt werden - es ließe jedenfalls auf ein recht unwahrscheinliches Maß an politischer Ignoranz schließen.

Das diesjährige Ostara-Fest des ORD haben Stilkam und seine Frau C. im heimatlichen Neuwied organisiert, und es war - den Wortmeldungen im Internet-Forum des ORD nach zu urteilen - ein voller Erfolg. VW aus N. alias Stilkam ist auf dem Weg von der virtuellen zur realen Integrationsfigur. Man fand Familie W. "echt klasse Leute", und man hätte auch gar nicht gedacht, dass "Thilo so'nen dufte Typ is".

(Quelle: http://www.odinic-rite.de/index.php?id=5&view=single_thread&cat_uid=1&conf_uid=14&thread_uid=61)


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